Anfrage vorbereiten

Website-Briefing erstellen: Welche Angaben braucht der Anbieter?

Redaktion webdesignkosten.de Stand:

Ein gutes Website-Briefing beschreibt vor allem Ihre Ziele und Anforderungen – nicht fertige technische Lösungen. Je klarer Sie Ausgangslage, Ziel, Zielgruppe, gewünschte Inhalte und Funktionen umreißen, desto besser können Anbieter den Umfang einschätzen und vergleichbare Angebote erstellen. Offene Punkte sind dabei ausdrücklich erlaubt.

Dieser Ratgeber zeigt aus Auftraggeber-Sicht, was in eine Website-Anfrage gehört und was Sie getrost mit dem Anbieter gemeinsam klären können.

Warum ein Briefing hilft

Eine Anfrage wie „Wir brauchen eine moderne Website“ lässt sich kaum seriös kalkulieren – zu vieles bleibt offen. Ein kurzes, strukturiertes Briefing löst gleich mehrere Probleme: Anbieter verstehen den Umfang, ihre Rückfragen werden weniger, und vor allem werden die Angebote vergleichbar, weil alle von derselben Grundlage ausgehen.

Wichtig ist die zeitliche Einordnung: Dieser Ratgeber behandelt die Phase vor der Anfrage – also das Beschreiben Ihrer Anforderungen. Wie ein Projekt danach abläuft, erklärt Website erstellen lassen: Ablauf & Dauer. Wie Sie später die eingegangenen Angebote prüfen und vergleichen, zeigt Website-Angebote vergleichen. Welcher Anbietertyp überhaupt passt, klären Webdesigner finden & beauftragen und Agentur oder Freelancer?.

Was in ein Website-Briefing gehört

Ein Briefing besteht aus Angaben, die Sie beschreiben, und Punkten, die Sie bewusst gemeinsam mit dem Anbieter klären. Die folgende Grafik zeigt dieses Zusammenspiel – es ist keine starre Trennung.

Ein Website-Briefing besteht aus zwei zusammenwirkenden Teilen. Oben, „Das beschreiben Sie“: Ziel, Zielgruppe, Inhalte, Funktionen, Gestaltung, Materialien, Rahmen und bestehende Systeme. Darunter führt ein Pfeil „Ihre Anfrage“ zu einem zweiten Bereich, „Das klären Sie gemeinsam mit dem Anbieter“: offene Fragen, passende technische Lösung sowie Umsetzung und Aufwand. Hinweis: Ein Briefing muss nicht alle Lösungen vorgeben, offene Punkte sind erlaubt. Es werden keine Bewertungen dargestellt.
Sie beschreiben Ziele und Anforderungen; die passende Lösung, offene Fragen und die Umsetzung klären Sie gemeinsam mit dem Anbieter. Die Aufteilung ist bewusst flexibel.

Die folgende Übersicht fasst die typischen Bereiche zusammen – mit dem, was hilfreich ist, und dem, was ohne Weiteres offen bleiben darf.

Bestandteile eines Website-Briefings
Briefing-BereichWas Sie angeben solltenWas offen bleiben darf
Ausgangslageneue Website, Relaunch oder ErweiterungDetails zur bestehenden Technik
Zielwas die Website erreichen sollkonkrete Erfolgskennzahlen
Zielgruppewen Sie ansprechen möchtenfeingranulare Personas
Inhalte / Umfanggrobe Seitentypen und Themenfinale Texte und fertige Struktur
Funktionenbenötigte Funktionen (Muss/Kann)technische Umsetzung der Funktion
Gestaltungvorhandenes Corporate Design, Beispielefertiges Design der neuen Website
Technik / Systemevorhandene Domain, Hosting, CMSkonkreter Technologie-Stack
Budget & Zeitungefährer Rahmen, Wunschterminexakter Betrag, fixer Liefertag

Gerade bei Funktionen ist weniger das „Wie“ als das „Was“ gefragt. Ob eine Anforderung individuelle Entwicklung bedeutet, kann der Anbieter einschätzen – Hintergründe dazu bietet Website programmieren lassen. Dass unklare Anforderungen die Einschätzung des Umfangs erschweren (und damit die Kosten weniger greifbar machen), erklärt im weiteren Kontext die Seite zu den Website-Kosten.

Muss, Kann, Offen: Anforderungen priorisieren

Nicht jede Funktion ist von Anfang an notwendig. Es hilft, Anforderungen in drei einfache Stufen einzuordnen – ohne Punktewertung:

  • Muss: für den geplanten Start notwendig (z. B. Leistungen darstellen, Kontaktformular).
  • Kann: wünschenswert, eventuell später (z. B. Blog, Mehrsprachigkeit).
  • Offen: noch nicht entschieden, mit dem Anbieter zu klären.

Konkrete Beispiele machen den Unterschied deutlich (illustrativ):

  • Unklar: „Wir brauchen eine moderne Website.“ – Klarer: „Wir möchten unsere Leistungen darstellen, Anfragen über ein Formular erhalten und Referenzen zeigen.“
  • Unklar: „Wir brauchen eine Schnittstelle.“ – Klarer: „Anfragen aus dem Formular sollen an unser bestehendes CRM übertragen werden; die technische Machbarkeit muss noch geprüft werden.“

Ein ungefährer Budgetrahmen und ein gewünschter Zeitraum helfen, passende Lösungen einzugrenzen. Beides darf als grober Rahmen, als Obergrenze oder als „noch offen“ kommuniziert werden – eine fehlende Budgetangabe macht eine Anfrage nicht unseriös, und ein genannter Rahmen wird nicht automatisch voll ausgeschöpft.

Ist Ihre Website-Anfrage ausreichend vorbereitet?

Diese Checkliste hilft beim letzten Blick vor dem Versand. Sie muss nicht vollständig abgehakt sein – eine gute Anfrage darf Unsicherheiten und offene Punkte enthalten.

Ziel & Zielgruppe

  • Ziel der Website beschrieben
  • Zielgruppe umrissen

Umfang & Funktionen

  • grober Umfang bekannt
  • Muss-Funktionen benannt

Material & Kontakt

  • vorhandene Materialien erfasst
  • Ansprechpartner festgelegt

Rahmen & Offenes

  • Zeitrahmen eingeordnet
  • offene Punkte markiert

Häufige Fragen

Was gehört in ein Website-Briefing?

Vor allem Ausgangslage, Ziel, Zielgruppe, grober Umfang und Inhalte, benötigte Funktionen, vorhandene Materialien, Rahmenbedingungen (Zeit, Budget) sowie bestehende Systeme – und ausdrücklich Ihre offenen Fragen. Technische Lösungen müssen Sie nicht vorgeben.

Muss ich vor der Anfrage schon alle Inhalte fertig haben?

Nein. Für die Anfrage reichen grobe Angaben zu Seitentypen und Themen. Fertige Texte und Bilder entstehen oft erst im Projekt – wichtig ist nur, zu benennen, was bereits vorhanden ist und was noch erstellt werden muss.

Brauche ich ein technisches Lastenheft?

In der Regel nicht. Für eine Website-Anfrage genügt es, Anforderungen verständlich zu beschreiben – also was eine Funktion leisten soll, nicht wie sie technisch umgesetzt wird. Ein detailliertes Lastenheft ist eher bei sehr umfangreicher individueller Entwicklung sinnvoll.

Kann ich dasselbe Briefing an mehrere Anbieter senden?

Ja, das ist sogar sinnvoll. Wenn alle Anbieter dieselbe Grundlage erhalten, beziehen sich ihre Angebote auf denselben Umfang und werden dadurch vergleichbar. Wie Sie die Angebote anschließend prüfen, zeigt der Ratgeber zum Angebotsvergleich.

Nächster Schritt

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